Wir unterstützen Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten.
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Spenden für Frauen in Afghanistan

Trotz der Machtübernahme durch die Taliban sind wir entschlossen, weiterhin für die Rechte von Frauen und Mädchen in Afghanistan einzutreten. Nie war Ihre Unterstützung wichtiger!

Gruppe Schülerinnen einer Mädchenschule in Afghanistan, mit weißen Kopftüchern. Zwei Mädchen blicken mittig in die Kamera und halten Bücher in den Händen

Frauenrechte in Afghanistan: Die aktuelle Lage

Seit 20 Jahren setzt sich medica mondiale an der Seite afghanischer Aktivist:innen für die Rechte von Frauen und Mädchen in Afghanistan ein. Die Machtübernahme der Taliban im August 2021 hat alles verändert. Frauen- und Menschenrechtsorganisationen mussten schließen, weil die Aktivist:innen Verfolgung und Repression durch die Taliban fürchten. Viele unserer Kolleg:innen, die bei der Evakuierung der Bundesregierung im Stich gelassen wurden, haben mittlerweile das Land verlassen. Trotzdem sind sie entschlossen, weiterhin für die Rechte von Frauen in Afghanistan einzutreten – genau wie wir.

Solidarität mit Frauen und Mädchen in Afghanistan

Drei junge afghanische Mädchen. Sie wirken ernst und besorgt.
Drei junge afghanische Mädchen. Sie wirken ernst und besorgt.
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Ihre Spende für Frauenrechte in Afghanistan
Zeigen Sie den Frauen und Mädchen in Afghanistan, dass die Welt sie nicht vergessen hat! Ihre Spende trägt dazu bei, Frauen vor Gewalt, Willkür und Unterdrückung zu schützen

Unsere Arbeit: So unterstützen wir afghanische Kolleg:innen

Evakuierungsmaßnahmen

Als sich die Ereignisse im August 2021 überschlugen, hat medica mondiale einen Krisenstab eingerichtet, um unsere afghanischen Kolleg:innen zu unterstützen. Das Ziel war eindeutig: Die akut bedrohten Aktivist:innen und ihre Familienangehörigen vor dem Zugriff der Taliban zu schützen. Im Rahmen von Notfallmaßnahmen konnten wir sichere Unterkünfte und Kommunikationsmittel bereitstellen und haben bei der Beantragung von Ausweisdokumenten geholfen. In Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organiationen wie Kabul Luftbrücke konnten wir die sichere Ausreise mehrerer Dutzend Aktivist:innen und ihrer Familien ermöglichen. Die Evakuierung gefährdeter Personen macht nach wie vor einen großen Aspekt unserer aktuellen Bemühungen in Afghanistan aus.

Neubeginn

Zahlreiche der evakuierten Aktivist:innen sind mit ihren Familien mittlerweile in Deutschland angekommen. Sie müssen bei Null starten – auf der Flucht vor den Taliban haben sie ihr altes Leben, ihr Zuhause und all ihr Eigentum zurückgelassen. Wohnungssuche und Behördengänge stehen nun auf der Tagesordnung, es fehlt an Kleidung, Hausrat und Einrichtungsgegenständen. Wir begleiten unsere Kolleg:innen bei ihrem Neuanfang, vermitteln, übersetzen, organisieren und unterstützen sie, wo wir können.

Pläne für die Zukunft

Neben der fortgesetzten Evakuierung von Frauenrechtsaktivist:innen betreiben wir dauerhaft ein Zufluchtshaus für bedrohte Menschenrechtler:innen in Afghanistan. Darüber hinaus stehen wir in engem Austausch mit Aktivist:innen in aller Welt. Gemeinsam überlegen wir, wie Frauenrechtsarbeit in Afghanistan in Zukunft aussehen kann und erarbeiten Strategien, um weiterhin für Frauen und Mädchen einstehen zu können. Denn die Taliban, da ist sich die afghanische Frauenrechtsaktivistin Soraya Sobhrang sicher, können trotz aller Härte die Zeit nicht zurückdrehen: „Es gibt jetzt eine Generation in Afghanistan, die weiß, was Demokratie und Menschenrechte sind. [...] Diese junge Generation ist unsere größte Hoffnung, denn die Taliban können ihnen ihr Wissen, ihre Kompetenz und ihre Träume nicht wegnehmen."

Engagement ist wichtiger als je zuvor

Die Machtergreifung durch die Taliban macht es schwierig, weiterhin für Frauenrechte einzutreten. Doch genau das ist jetzt wichtiger als je zuvor, denn Frauen und Mädchen leiden am stärksten unter der Herrschaft der Fundamentalisten.
Frauen werden durch die Taliban systematisch entrechtet. Sie werden in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, können nicht arbeiten und sind von höherer Bildung ausgeschlossen.
Seit Monaten wütet in Afghanistan eine verheerende Hungersnot. In ihrer Verzweiflung verheiraten viele Familien ihre Töchter, um durch das Brautgeld wenigstens den Rest der Familie vor dem Hungertod zu bewahren.
Mädchen und junge Frauen leiden besonders unter den Taliban: Sie dürfen die Schule nur noch bis zur 10. Klasse benutzen, sind bedroht von Armut, Zwangsehe und sexualisierter Gewalt.

Das haben unsere afghanischen Kolleg:innen geleistet

20 Jahre lang haben unsere Partner:innen in Afghanistan für die Rechte und Würde von Frauen gekämpft. Sie haben Frauen geholfen, die von Gewalt bedroht oder betroffen waren, und Mädchen, die zu Unrecht ins Gefängnis gesperrt worden waren. Warum das Engagement unserer Partner:innen so wichtig war und was ihre Arbeit für afghanische Frauen und Mädchen bedeutet hat, zeigt Salimas Geschichte.

Eine Afghanin in traditioneller Kleidung wird von einer Aktivistin beraten.

„Alleine bist du gar nichts"

Salimas Geschichte
Blutergüsse, Platzwunden und sogar Knochenbrüche – über Jahre hinweg wird Salima von ihrem Mann misshandelt. Die beiden haben mehrere Töchter, aber keinen Sohn. Und weil Töchter in Afghanistan nichts zählen, gelten Frauen, die keinen Sohn gebären, als nutzlos. Kommen Arbeitslosigkeit, Armut und Folgen von Drogenkonsum hinzu, entlädt sich der Frust der Männer oft durch Gewalt an ihren Frauen. 

Als Salima es nicht mehr aushält, wendet sie sich an unsere Partnerorganisation. Die Beraterinnen beginnen einen Mediationsprozess mit ihr und ihrem Mann. Durch die Gespräche erkennt dieser schon bald, was er seiner Frau angetan hat und bereut sein Verhalten. Schließlich fühlt Salima sich sicher genug, zu ihm zurückzukehren.

Ihn zu verlassen, kommt für Salima nicht in Frage. Denn die Familie besitzt in Afghanistan einen hohen Stellenwert. Ein Leben außerhalb der Familie, ohne ihren Mann oder ihre Kinder, ist für die meisten Frauen unvorstellbar. „Alleine bist du gar nichts", findet auch Salima. Umso glücklicher ist sie, dass sie dank der Unterstützung durch unsere Partner:innen wieder zu ihrer Familie zurückkehren kann.

Selbstverpflichtung und Transparenz

Wir verpflichten uns den Anforderungen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft und dem VENRO-Kodex (Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen). Im Rahmen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft legt medica mondiale zentrale Zahlen und Fakten offen. Wir sind außerdemMitglied im „Forum Menschenrechte“, dem Netzwerk deutscher Menschenrechtsorganisationen. medica mondiale ist ein eingetragener Verein und als gemeinnützig anerkannt.

Die Gründerin von medica mondiale, Dr. Monika Hauser, erhielt im Jahr 2008 den alternativen Nobelpreis. Das Bundesverdienstkreuz, das ihr für ihre mutige Arbeit im Bosnienkrieg verliehen werden sollte, lehnte sie 1996 aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik der damaligen Bundesregierung ab.