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Traumabewältigung

Wiederherstellung und Wahrung der Teilhabemöglichkeiten von Menschen nach traumatischen Erfahrungen

Ein psychisches Trauma zerstört das Gefühl von Sicherheit, es greift das Urvertrauen an, persönliche Grenzen werden weit überschritten, die eigene Selbstachtung ausgehöhlt und ein überwältigendes Gefühl von Hilflosigkeit erzeugt. In der Folge können Panikattacken, Depressionen, Schlafstörungen, chronische Schmerzen oder eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) das Leben der Betroffenen über Jahre hinweg massiv beeinträchtigen.

Im klinischen Traumaverständnis werden die Folgen von Gewalt individualisiert. Im Mittelpunkt steht das gewalttätige Ereignis als singuläre Erfahrung. Es geht um ein individuelles Einzelerlebnis, welches mit den existierenden persönlichen Ressourcen nicht verarbeitet werden kann.

Im Ansatz von medica mondiale geht es in erster Linie um die Wiederherstellung und/oder Wahrung der Teilhabemöglichkeiten von Frauen in Postkonfliktgebieten oder auch im Zufluchtsland Deutschland. Wir gehen dabei von einem stärkenden (empowerment), ressourcenfördernden Ansatz aus. Menschen, die Extremes erlebt haben, müssen gemäß unserer Erfahrung nicht unbedingt krank sein. Überlebende sexualisierter Gewalt können potentiell traumatisiert sein – aber nicht alle leiden unter langfristigen chronischen Traumafolgen.

Denn wir reduzieren die Frauen nicht auf die Opferrolle. Neben der potentiell traumatisierenden Erfahrung haben sie eine Reihe von Fähigkeiten und Ressourcen, die ihnen und der Gesellschaft bei der Überwindung der Gewaltvorfälle dienen können. Wir sehen, dass Trauma ein Prozess ist, bei dem neben dem individuellen Erlebnis und der individuellen Resilienz auch der politische und (gesamt-)gesellschaftliche Kontext betrachtet werden müssen.

Denn es sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die zu einer Verletzung geführt haben, zum Beispiel indem patriarchale, diskriminierende, rassistische oder gewalttätige Strukturen aufrechterhalten werden, die letztendlich zu den kriegerischen Handlungen führen. Zudem sind es diese Rahmenbedingungen, die zu kumulativen Verletzungen führen, durch immer wieder neue Erfahrungen der Ohnmacht und Ausgrenzung. Außerdem machen es diese Rahmenbedingungen aus, dass die Gewalt nicht endet. Es geht also dabei nicht nur um das traumatische Erlebnis, sondern auch darum, wie die Gesellschaft oder Politik mit solchen Taten umgeht.