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13.05.2015

Video zur Studie „We are still alive“ zu Langzeitfolgen von Kriegsvergewaltigungen in Bosnien und Herzegowina (Englisch)

Video, Dokumentation/Studie

Hintergrund

Medica Zenica und medica mondiale führten 2014 gemeinsam eine Studie mit 51 Überlebenden von Kriegsvergewaltigungen und sexueller Gewalt in Bosnien und Herzegowina durch. Die Frauen haben die Unterstützungsangebote von Medica Zenica während und nach dem Krieg in Anspruch genommen. Dies ist eine Zusammenfassung der Studie.

Vollständiger Titel der englischen Studie: "We are still alive. We have been harmed but we are brave and strong.” Second revised edition. (November 2014). © Medica Zenica & medica mondiale

Video über die wichtigsten Ergebnisse und Empfehlungen

Die Forschungsergebnisse dieser Studie weisen auf ein äußerst komplexes Bild hin: Die meisten Überlebenden leiden nach wie vor deutlich unter den Folgen ihrer Erfahrungen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Die mittlerweile chronifizierte posttraumatische Dynamik, die Einschränkungen, die mit einer dauerhaft belasteten psychischen und physischen Gesundheit einhergehen, der wahrgenommene Mangel an sozialer Anerkennung und an Schutz, und schließlich die anhaltenden Belastungen im gegenwärtigen Leben spielen eine Rolle und interagieren miteinander. Gleichzeitig zeigen die Teilnehmerinnen unserer Studie aber auch beachtliche Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Bewältigung. Sie versuchen, ihr Leben aktiv zu meistern und aus ihren Beziehungen Kraft zu schöpfen.

Mit Blick auf diese Komplexität formulieren wir Empfehlungen, die sowohl die Bedürfnisse der Überlebenden selbst reflektieren als auch den größeren gesellschaftlichen Kontext von Leid thematisieren, den wir in unseren Studienergebnissen aufzeigen konnten:Unsere Forschung hat deutliche Hinweise auf transgenerationale Folgen gefunden, also darauf, dass sich die Traumata der Überlebenden auch auf deren Kinder auswirken.

Deshalb müssen die folgenden Empfehlungen auch konzeptionell verbunden werden mit den internationalen Verpflichtungen, die der Staat und die Entitäten Bosnien und Herzegowinas haben und bei denen es insbesondere um den garantierten Zugang zu Gerechtigkeit und Wiedergutmachung geht; sie müssen ebenfalls im Kontext der nationalen Friedensschaffungs- und Versöhnungsagenda verstanden werden.

Forscherinnen: Sabiha Husic, M.Sc., Irma Šiljak, Emina Osmanovic, Ferida Ðekic, Lejla Heremic

Consultants: Dr. Simone Lindorfer, Dr. Elvira Durakovic-Belko, Andreja Dugandžic, Nejra Cengic

Videoproduktion: Basti Hansen und Gil Nissan

Die deutsche Zusammenfassung der Studie und die englische Originalversion finden Sie in unserer Mediathek.