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Anonyma – Eine Frau in Berlin

Filmdrama (2008)

Deutschland, Polen 2008
Regie: Max Färberböck
Länge: 131 Minuten
Darsteller:innen: Nina Hoss, Jewgeni Sidikhin, Irm Hermann, Rüdiger Vogler, Ulrike Krumbiegel, Rolf Kanies, Jördis Triebel, Roman Gribkov, Juliane Köhler, August Diehl, Sandra Hüller, Sebastian Urzendowsky, Hermann Beyer
Drehbuch: Max Färberböck
Kinostart: 23. Oktober 2008

Inhalt: Basierend auf den Tagebucheinträgen einer unbekannten jungen Frau, erzählt der Film Anonymas Erlebnisse im nach dem zweiten Weltkrieg von den Russ:innen besetzten Berlin. Nach mehrfachen Vergewaltigungen durch russische Soldaten sucht sich Anonyma in ihrer verzweifelten Lage einen Offizier, der sie – im Gegenzug für "sexuelle Gefälligkeiten" – vor weiteren Übergriffen schützen soll. Unerwartet entwickelt sich zwischen den beiden eine zarte Liebesgeschichte, die aber der Tatsache, dass sie letztlich doch Feind:innen bleiben, nicht standhalten kann.

Eingeschränkt empfehlenswert

Zu loben ist [...] der Mut von Produzent (Günter Rohrbach) und Regisseur (Max Färberböck), eine breite Öffentlichkeit zu konfrontieren mit einem Thema, das Frauen und Mädchen in allen Kriegen der Welt betrifft und trotzdem in allen Gesellschaften totgeschwiegen wird. Anerkannt werden muss gewiss auch das Bemühen der Filmemacher, nicht in plumpe Täter-Opfer-Stereotypen zu verfallen nach dem Motto: hier die bösen Russen, dort die von Nazis verführten deutschen Unschuldslämmer. Es geht schon deutlich differenzierter zu in diesem Kinofilm, und trotzdem birgt ein solches Unterfangen auch deutliche Risiken.[...]

Letztendlich erhält die politisch korrekte Darstellung der russischen Männer und die Geschichte von „Anonyma“ und dem russischen Major den Löwenanteil der filmischen Darstellung und leider nicht die Frage, was es heißt, im Kriegskontext vergewaltigt zu werden. [...]

Gewalt bleibt Gewalt, auch in dieser Ausnahmesituation. Fatal wäre es, wenn beim Kinopublikum der Eindruck entstünde: Die Frauen haben es ja freiwillig gemacht, haben es selbst gewollt. Deutlicher hätte werden müssen, dass es hier um eine aus Todesangst geborene Beziehung mit unüberbrückbarem Machtgefälle geht. Ja, die junge Frau nimmt hier ihr Schicksal selbst in die Hand, will nicht nur Opfer sein. Aber sie kann es nur um den Preis, psychisch einzufrieren – um zu überleben. [...]

Lesen Sie die vollständige Rezension von medica mondiale

Filmkritiken

"Die ambitionierte Verfilmung dieses einzigartigen Zeitdokuments greift den lakonischen Stil der Vorlage auf und belässt es vor allem in der Darstellung sexueller Gewalt bei Andeutungen. Dabei erliegt der Film schnell dem Zwang von Genrekonventionen und walzt den Versuch der (hervorragend gespielten) Protagonistin, sich einen hochrangigen Offizier als Schutz vor der Meute zu angeln, melodramatisch aus, was zu allzu vertrauten Klischees und Bildern führt."
www.filmdienst.de

"'Anonyma' ist ein schrecklicher Film - nicht durch das, was er erzählt, sondern durch die Art, wie er seine eigene Vorlage bloßstellt."
FAZ am 22. Oktober 2008

"Ein tabui­siertes Kapitel der Geschichte sucht sich seine Bilder, und findet doch nur Halt in einer allzu bekannten Filmäs­t­hetik – man glaubt, die Bilder zu kennen, sie schon einmal in anderen Filmen gesehen zu haben."
www.artechock.de

Trailer

Offizieller Kinotrailer zum Filmstart am 23. Oktober 2008