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Behindertenfeindlichkeit/ Ableismus

Diskriminierung, Abwertung und Ausgrenzung von behinderten Menschen

Der Begriff Behindertenfeindlichkeit bezeichnet eine diskriminierende, ablehnende oder abwertende Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung: Menschen werden auf ihre Körperlichkeit oder kognitiven Fähigkeiten reduziert, wobei nicht-behinderte Personen als überlegen betrachtet werden, was wiederum als Rechtfertigung für die Ablehnung und negative Beurteilung behinderter Menschen dient.

Ableismus hingegen umfasst weitere Facetten der Diskriminierung behinderter Menschen. Denn diese zeigt sich nicht nur in einer feindlichen Haltung ihnen gegenüber, sondern findet beispielsweise auch Ausdruck im Ignorieren ihrer Bedürfnisse oder in vermeintlich positiven Äußerungen wie dem übermäßigen „Loben“ alltäglicher Handlungen.

Der Begriff Ableismus stammt aus der US-amerikanischen Behindertenbewegung. Er leitet sich vom englischen Wort „able“ (zu Deutsch „fähig“) ab. Die Endung „-ismus“ legt eine Nähe zu anderen Diskriminierungsformen wie Sexismus oder Rassismus nahe. Während Sexismus Vorurteile aufgrund des Geschlechts bezeichnet, dreht es sich beim Ableismus um Vorurteile bezüglich körperlicher, kognitiver oder psychischer Fähigkeiten.

Diese Vorurteile wurzeln in gesellschaftlichen Normvorstellungen, die festlegen, was eine Person können oder wie sie sich verhalten soll, um als „normal“ angesehen zu werden. Wenn Menschen, die diesen Normvorstellungen scheinbar nicht entsprechen, aufgrund ihrer Eigenschaften oder Fähigkeiten bewertet oder diskriminiert werden, wird dies als Ableismus verstanden. Ableismus zeigt sich insbesondere auch, wenn die Teilhabe von Menschen mit Behinderung durch Barrieren eingeschränkt – also behindert – wird. Barrieren, die meist nur existieren, weil die Mehrheitsgesellschaft diese nicht wahrnimmt, zum Beispiel das Fehlen von Aufzügen oder wenn auf Veranstaltungen kein Gebärdensprachdolmetschen angeboten wird.