Der medica mondiale Projektefonds

Um sexualisierte Gewalt an Frauen zu bekämpfen und nachhaltige Veränderung zu schaffen, braucht es eine starke feministische Bewegung. Genau hier setzt der Projektefonds von medica mondiale an: Er gibt uns die Möglichkeit, unser globales Netzwerk auszubauen, neue, engagierte Frauenrechtsorganisationen kennenzulernen und ihre Arbeit gezielt zu fördern.

Frauen halten sich an den Händen © Joy Yawe

Jedes gemeinsame Pilotprojekt und jede gestärkte Organisation bringt uns einem Ziel näher: Gemeinsam können wir Strukturen verändern und Frauen dabei unterstützen, ihr Leben selbstbestimmt und frei von Gewalt zu gestalten!

Warum gibt es den Projektefonds?

Weltweit geraten feministische Organisationen zunehmend unter Druck: Sie sehen sich Bedrohungen, Anfeindungen und massiven Kürzungen finanzieller Mittel ausgesetzt, während demokratische Strukturen erodieren und zivilgesellschaftliche Räume schrumpfen. 

Gerade in Kriegs- und Konfliktgebieten leisten Frauenrechtsorganisationen entscheidende Arbeit im Kampf gegen sexualisierte Gewalt – und trotzdem bleiben sie chronisch unterfinanziert. Sie sind oft die ersten Anlaufstellen für Überlebende, doch es fehlt ihnen an staatlichen oder internationalen Mitteln, um schnell und wirksam handeln zu können. Umso wichtiger ist es, sie gezielt zu stärken, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und ihnen zu signalisieren, wie wichtig ihre Arbeit ist.

Rücken einer Frau © Lucia Speh
Support für ein starkes Netzwerk!
Mit einer Spende in den Projektefonds helfen Sie dabei, neue Partner:innen zu finden und zu fördern, den Einsatz für Frauenrechte weltweit zu stärken und feministische Strukturen dauerhaft auszubauen.

Wie funktioniert der Projektefonds?

Der erste Kontakt zu Partnerorganisationen entsteht oft durch Empfehlungen aus unserem bestehenden Netzwerk. Zusätzlich veröffentlichen wir regelmäßig offene Ausschreibungen mit klar definierten regionalen und thematischen Schwerpunkt auf unserer Website. 

Hat sich eine Organisation erfolgreich um eine erste Förderung beworben, beginnt die Zusammenarbeit zunächst mit einem Projekt kleineren Umfangs und kleineren Budgets. Diese erste Förderung dient dazu, neue Partner:innen kennenzulernen und einen Eindruck ihrer fachlichen und organisatorischen Kapazitäten zu gewinnen. Zusammen entwickeln wir Programme, Methoden und Angebote, die sich an den lokalen Bedarfen orientieren und unseren Partnerorganisationen ermöglichen, stabile und nachhaltige Strukturen aufzubauen.

Die Grundlage jeder gemeinsamen Zusammenarbeit ist dabei die Expertise unserer Partner:innen vor Ort. Sie kennen die Lebensrealitäten, Bedürfnisse und Herausforderungen der Betroffenen aus erster Hand. Auf ihrem Wissen und ihrer langjährigen Erfahrung baut unsere gemeinsame Arbeit auf.  

Nach einer ersten zeitlich begrenzten Kooperation streben wir langfristige Partnerschaften an. Dabei achten wir bewusst darauf, die Abhängigkeit unserer Partnerorganisationen gering zu halten. Unser Ziel ist es, ein starkes feministisches Netzwerk zu bilden – gleichzeitig sollen unsere Partner:innen ihre Finanzierungsquellen diversifizieren, um unabhängig agieren können. 

Die für die Förderungen benötigten finanziellen Mittel stammen ausschließlich aus Spenden. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen entscheiden wir verantwortungsvoll über ihre Verwendung – damit Unterstützung genau dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Portraitfoto von Jana Ongoma Schwerdtfeger © Sarah Eick/medica mondiale

Partner:innen […] unterstützen uns dabei, strategisch die relevanten Schwerpunkte zu setzen und […] bedarfsorientierte und wirkungsvolle Programme zu entwickeln. (Wir) gestalten bewusst überregionale Austausch- und Lernräume für unsere regionalen Arbeitsgruppen, um Wissen auszutauschen, gemeinsam zu entwickeln und zu konsolidieren.

Jana Ongoma Schwerdtfeger

Was sind die Leitlinien des Projektefonds?

Unsere Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen basiert auf einem gemeinsamen Verständnis: Wir wollen sexualisierter Gewalt entgegenwirken und zu einer gerechteren Welt beitragen - politisch, solidarisch und immer kontextspezifisch. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen setzen wir uns dafür ein, feministische Perspektiven zu stärken und Unterstützungsangebote zu entwickeln, die den jeweiligen lokalen Realitäten gerecht werden. 

Wir sind überzeugt: Starke, feministische Bewegungen können tiefgreifende gesellschaftliche und politische Veränderungen bewirken. Damit dieser Wandel gelingt, brauchen Frauenrechtsorganisationen verlässliche Ressourcen, widerstandsfähige Strukturen und wirksame Strategien. Genau hier setzt unsere Unterstützung an: Wir fördern nicht nur konkrete Projekte, sondern stärken ebenso die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter:innen und die Entwicklung unserer Partnerorganisationen.  

Unser Ziel sind langfristige Partnerschaften, die einen nachhaltigen Wandel in den Lebensrealitäten von Frauen ermöglichen und sexualisierte Kriegsgewalt bekämpfen.  

Wir wissen: Ungleichheiten und Machtstrukturen sind keine bloßen Rahmenbedingungen – sie sind das Ergebnis kolonialer Geschichte, patriarchaler Machtverhältnisse und globaler Ausbeutung. Deshalb übernehmen wir Verantwortung, diese kritisch zu hinterfragen - sowohl in der internationalen Zusammenarbeit als auch innerhalb von medica mondiale.

Wir setzen uns kontinuierlich mit bestehenden Machtverhältnissen auseinander und reflektieren regelmäßig unsere eigene Rolle als international tätige Frauenrechtsorganisation aus dem globalen Norden. Feministische Solidarität heißt für uns: Macht teilen, Rechenschaft ablegen und lokale Expertise konsequent ins Zentrum rücken.

Was der medica mondiale Projektefonds bewirkt

Genau hier setzt der Projektefonds von medica mondiale an. Über diesen erreichen wir zahlreiche frauengeführte Organisationen, die seit Jahren unverzichtbare Arbeit gegen sexualisierte Kriegsgewalt leisten. Dazu gehören Bildungs- und Aufklärungsangebote, psychosoziale und medizinische Unterstützung sowie rechtliche Beratung und Advocacy. 

Dank des Fonds können wir neue Partner:innen kennenlernen, erste Kooperationen starten und gerade jene Organisationen stärken, die unter besonders schwierigen politischen oder sicherheitspolitischen Bedingungen arbeiten. Der Fonds ermöglicht Frauenrechtsorganisationen unbürokratischen Zugang zu schnellen Fördermitteln und unterstützt gleichzeitig den Ausbau unseres widerstandsfähigen, feministischen Netzwerkes.  

So sichern wir Handlungsspielräume und tragen dazu bei, dass sich Aktivist:innen weiterhin für Schutz, Empowerment und Gerechtigkeit einsetzen – und Betroffene sexualisierter Kriegsgewalt unterstützen können. 

Hintergründe, Fakten, und Einblicke in die weltweite Arbeit von medica mondiale zum Thema sexualisierte Kriegsgewalt.

Wer kann sich bewerben?

Für eine erfolgreiche und vertrauensbasierte Zusammenarbeit legen wir einen großen Wert auf gemeinsame Werte und Visionen. Wir arbeiten nach drei strategischen Schwerpunkten: Gewalt verhindern, Überlebende unterstützen, und feministische Aktion stärken.

Deshalb suchen wir nach Partnerorganisationen, die: 

  • von Frauen geleitet werden.

  • den Schutz und die Förderung der Rechte von Frauen in ihrer Arbeit priorisieren.

  • zu Themen arbeiten, die direkt mit unserem Anliegen, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen und verhindern, verbunden sind. 

  • Frauen und Mädchen unabhängig von ihrer Ethnie, Religion, politischen Überzeugung, sexuellen Orientierung, sozialen Stellung oder ihrem Alter unterstützen.

  • sich für einen sozialen Strukturwandel einsetzen, um Gewalt gegen Frauen zu beenden.

  • die Perspektiven der Frauen und Mädchen in die Arbeit einfließen lassen.

  • mit anderen Akteur:innen der Menschen- und Frauenrechtsbewegung zusammenarbeiten.

  • offiziell als Nichtregierungs- und gemeinnützige Organisationen registriert sind. 

Helfen Sie uns, unsere Netzwerke zu erweitern!

Weltweit gefährden drastische Kürzungen von Fördermitteln jahrzehntelang erkämpfte Fortschritte. Feministische Organisationen verlieren wichtige Ressourcen, ihre bewährte Arbeit gerät unter Druck, und Projekte, die über viele Jahre aufgebaut wurden, stehen plötzlich auf dem Spiel.

Ohne verlässliche Finanzierung geraten nicht nur Frauenrechtsorganisationen unter Druck – sondern vor allem Frauen und Mädchen, die auf Schutz, Unterstützung und sichere Anlaufstellen angewiesen sind. Wenn Ressourcen wegbrechen, werden Beratung, Schutzräume, psychosoziale Begleitung, Aufklärungsarbeit und rechtliche Unterstützung eingeschränkt oder ganz unmöglich. Für viele Betroffene bedeutet das: Sie bleiben allein mit Gewalt, Trauma oder Bedrohungen zurück.

Mit Ihrer Spende sichern Sie nicht nur die Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen – sondern stärken zugleich ein wachsendes feministisches Netzwerk, das Frauen und Mädchen weltweit Halt, Schutz und neue Perspektiven bietet. Sie tragen dazu bei, dass Frauen und Mädchen ein Leben in Würde und Gerechtigkeit leben können.

Demoschild "Frauenrechtsorganisationen unterstützen!" © Sophie Dettmar
Was Ihre Spende bewirken kann
für ein einmaliges Team-Coaching (BANA)
für Transfer von Frauen zu wichtigen Angeboten (VCF)
für Stromkosten des Büros für ein Jahr (G2G)