medica mondiale Jahresbericht 2024
Liebe Leser:innen,
„Sich um sich selbst zu kümmern, ist kein Luxus, sondern Überlebensstrategie – und ein Akt politischen Widerstands“, sagte einst die US-amerikanische Autorin Audre Lorde. Wie Recht sie hat! Aktivist:innen, die sich für Gerechtigkeit und Frauenrechte einsetzen, zahlen dafür einen hohen Preis. Sie zahlen mit ihrer Kraft, ihrer Gesundheit und manchmal mit ihrem Leben.
Seit über 30 Jahren setzen wir uns gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen gegen sexualisierte Kriegsgewalt ein und gegen Machtverhältnisse, die Frauen unterdrücken. Wir wissen, wie viel Kraft und Mut es kostet, sich jeden Tag gegen die brutalen Folgen von Männergewalt zu stellen. Mit Sorge sehen wir, dass Partner:innen in Liberia, Afghanistan, dem Kosovo und anderen Ländern immer öfter bedroht und angegriffen werden.
Dieser Gewalt setzen wir Solidarität entgegen. Solidarität bedeutet für uns, dass wir unsere Partner:innen nicht nur durch die Finanzierung der Projektarbeit unterstützen. Wir begleiten sie bei der Organisationsentwicklung, organisieren Fachtrainings und investieren – wenn nötig – in Überwachungskameras und Sicherheitsdienste. Vor rund 15 Jahren haben wir außerdem einen Nothilfefonds eingerichtet, mit dem wir Partner:innen in Notfällen – etwa bei politischen Krisen, Naturkatastrophen oder der Pandemie – schnell und effektiv beistehen können. Und wir haben gemeinsam Konzepte zur Mitarbeiter:innen-Fürsorge entwickelt, die Aktivist:innen in Kriegs- und Krisenregionen gezielt stärken. Sie haben diese Stärke bitter nötig.
Weltweit gewinnen antifeministische Akteur:innen an Einfluss. Doch wenn wir uns zusammenschließen, wenn wir aufeinander achten und auf die eigenen Kräfte, dann können wir gestärkt und strategischer die Angriffe auf Frauenrechte, Gleichstellung und Selbstbestimmung abwehren und zusammen eine gerechtere Welt schaffen. Für alle!
Ihre
Monika Hauser