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29. Januar 2026 - Meldung

Unser Jahresrückblick 2025

2025 war kein leichtes Jahr: Krisen, Katastrophen und Angriffe auf die Errungenschaften der Frauenbewegung haben die vergangenen Monate geprägt. Gerade in solchen Zeiten müssen wir uns auf die Erfolge besinnen, die wir erreicht haben und das als Motivation nutzen, unsere Arbeit fortzusetzen.

Safer Space Workshop

Unsere Highlights 2025

Uganda: Unser Projekt “Trauma und Kinder”

Zusammen mit unserer Partnerorganisation MEMPROW haben wir Schulungen für Schüler:innen aus Grund- und weiterführenden Schulen Kampala (Uganda) veranstaltet. Viele dieser Schüler:innen haben selbst Gewalterfahrungen gemacht oder mussten Gewalt miterleben.  

Ziel des Workshops war es, die Schüler:innen für Auswirkungen von Traumata und Stress zu sensibilisieren. Gleichzeitig wurden ihnen praktischen Methoden zur Selbsthilfe und zur gegenseitigen Unterstützung im Alltag vermittelt.  

Die Workshops kombinierten Körperübungen und Atemtechniken zur Stressbewältigung mit Übungen zu Empathie und Solidarität. Damit wurden wichtige Grundlagen für respektvolles Miteinander und zur Prävention von Gewalt geschaffen.

Afghanistan: Hilfe, die ankommt

Anfang September zerstörte eines der schwersten Erdbeben in der Geschichte Afghanistans ganze Dörfer. Mehr als 2.000 Menschen verloren ihr Leben und über 4.000 weitere wurden schwer verletzt.  

Mehr als die Hälfte der Opfer waren Frauen: Die geschlechtsspezifischen Einschränkungen der Taliban verzögerten oder verhinderten ihre Rettung und medizinische Versorgung. Grund dafür war der Mangel an weiblichen Helferinnen und medizinischem Personal. Die vorhandenen männlichen Retter zögerten oder waren aufgrund der Regel, keinen Hautkontakt mit Frauen zu haben, nicht in der Lage zu helfen.  

„Wo Unterdrückung und Ungerechtigkeit herrschen, müssen wir für Freiheit und Gerechtigkeit einstehen!“ 

Mariam Zalmai Hanafi
Juristin und frühere Strafrechtverteidigerin bei Medica Afghanistan 

Dank zahlreicher Spenden für unseren Nothilfefonds konnten wir schnell handeln und Überlebende mit dem Nötigsten unterstützen: gemeinsam mit unseren Partner:innen haben wir Hygienesets für Frauen und Mädchen im Teenageralter bereitgestellt. Diese enthielten unter anderem Damenbinden, Seifen, Handtücher und Zahnbürsten. 

Südosteuropa: WAVE Konferenz

In Bukarest führten Vertreterinnen der acht Mitgliedsorganisationen des Amplifying-Voices-Netzwerks den Workshop Who tells the story? Feministische Strategien zur Veränderung von Narrativen über konfliktbedingte sexualisierte Gewalt“ durch. Das Netzwerk unterstützt Überlebende sexualisierter Kriegsgewalt im westlichen Balkan dabei, Anerkennung und Versöhnung zu fördern und ihre Perspektiven sichtbar zu machen. Unter den Teilnehmenden aus 14 Ländern entstand ein intensiver Austausch darüber, wie Darstellungen von Überlebenden weg von sensationsorientierten und stigmatisierenden Bildern hin zu einer ethischen und inklusiven Perspektive verändert werden können. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Narrative so gestaltet werden können, dass sie zu Sensibilisierung, Entstigmatisierung und letztlich zu Heilung beitragen.

2025 - Raum für Erinnerungskultur

2025 hat auch deutlich gemacht, wie stark die Konflikte der Vergangenheit unsere Gegenwart prägen. Wir haben uns erinnert: An 80 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs, an 30 Jahre Genozid in Srebrenica und an 10 Jahre Genozid an den Jesid:innen. Wir haben erlebt, wie wichtig dieses Erinnern ist - für die betroffenen Frauen, für ihre Familien und die ganze Gesellschaft.

Denn nur die Anerkennung des Leids, nur die konsequente Aufarbeitung des Unrechts kann den Kreislauf sexualisierter Kriegsgewalt beenden. Wo dagegen Schweigen herrscht, frisst sich die Gewalt in die Gesellschaft - und setzt sich fort. Allein im vergangenen Jahr verzeichneten die Vereinten Nationen einen Anstieg sexualisierter Gewalt in Konfliktregionen um 25 % - ein alarmierendes Signal und ein Beleg dafür, wie wichtig unser Einsatz ist.  

Ein Einsatz, der zunehmend erschwert wird: Antifeministische Bewegungen werden lauter, rechtspopulistische Parteien engen den Handlungsspielraum feministischer Organisationen ein, Aktivist:innen geraten weltweit unter Druck.

Trotzdem bleiben wir entschlossen. Wir machen Unrecht sichtbar – auf der Straße, in politischen Debatten und an der Seite unserer Partner:innen. Gemeinsam mit Ihnen setzen wir uns auch im Jahr 2026 gegen alle Widerstände für die Rechte der Überlebenden ein. Entschlossen, solidarisch und laut. Für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen.