Präsentation der Studie TRACES – transgenerationale Folgen sexualisierter Gewalt von medica mondiale, Universität Trient, Forum Prävention und Frauenmuseum Meran
Sexualisierte Gewalt hat massive und zerstörerische langfristige und generationsübergreifende Folgen. Insbesondere dann, wenn sie nicht anerkannt und aufgearbeitet wird, sondern die Überlebenden stattdessen mit ihren Erfahrungen allein gelassen, stigmatisiert oder zum Schweigen gebracht werden. Das zeigt die feministisch partizipative Aktionsforschung TRACES, ein gemeinsames Forschungsprojekt von medica mondiale mit der Universität Trient, dem Forum Prävention und dem Frauenmuseum Meran, deren Ergebnisse und Fakten wir Ihnen zur Verfügung stellen.
„Die Gewalt wirkt sich nicht nur auf die betroffenen Personen selbst, sondern auch auf ihre Kinder und Enkelkinder aus – etwa im familiären Zusammenleben, in der psychischen Gesundheit oder im Umgang mit Nähe, Vertrauen und Lebenskraft. Das birgt die Gefahren von Retraumatisierung – und von neuer Gewalt“, erklärt Monika Hauser, Gründerin und Vorständin der Frauenrechtsorganisation medica mondiale.
„Unsere Forschung zeigt, wie patriarchale Machtverhältnisse in den verschiedenen Generationen wirken und beeinflussen, wie über Gewalt gesprochen – oder geschwiegen – wird und wie Betroffene Unterstützung erfahren – oder eben nicht. Hinzu kommen kontextspezifische Faktoren wie ländliche Strukturen, die katholische Kirche und Institutionelle Dynamiken, die in Südtirol die Spiralen aus Schweigen, Bagatellisierung, Schuldumkehr und Täterschutz verstärken und das Kontinuum der Gewalt aufrechterhalten “, so Barbara Poggio von der Universität Trient.
„Wir wollen die Forschung nutzen, um bessere Unterstützung für Betroffene und ihre Familien zu ermöglichen. Außerdem haben wir ein neues Präventionskonzept erarbeitet, um die Vielzahl bestehender Maßnahmen besser zu bündeln und zu koordinieren und so die Ressourcen systematischer zu nutzen, damit Prävention nachhaltig ist“, so Christa Ladurner vom Forum Prävention.
„Außerdem brauchen wir dringend mehr gesellschaftliches Bewusstsein, Sensibilisierung und Enttabuisierung. Die Wanderausstellung „Meine Oma, meine Mutter und ich – Spuren sexualisierter Gewalt in Südtirol“ soll die persönliche Auseinandersetzung und Interaktion mit dem Thema anstoßen“, erklärt Sigrid Prader, Beauftragte für das Projekt im Frauenmuseum
Die Forschung zeigt daher auch, wie Veränderung möglich ist: durch gesamtgesellschaftliche Anerkennung, Unterstützung von Überlebenden und politische Verantwortungsübernahme.
Alle Akteur:innen stehen Ihnen gerne für Interviews zur Verfügung.
Weitere Informationen und die zentralen Studienergebnisse finden Sie in unserem Fact Sheet.