Wir unterstützen Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten.
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21. Dezember 2022 - Kommentar

Monika Hauser zum Jahresausklang: Lage in Ukraine erinnert an Kriegsausbruch in Bosnien

Die Unterstützung unserer Spender:innen fördert nicht nur zahlreiche Projekte für Frauen und Mädchen weltweit, sondern sie ist für uns auch Ansporn und Bestärkung. Vor allem der Krieg in der Ukraine hat uns dieses Jahr bewegt, wie Monika Hauser in ihrem Jahresendbrief schreibt. Die Arbeit für die ukrainischen Frauen und Mädchen wird uns auch 2023 weiter begleiten.

Monika Hauser: "Besonders nahegegangen ist mir in diesem Jahr die Lage der Menschen in der Ukraine. Der Überfall Russlands auf das Nachbarland, der ganze Städte auslöscht und Menschenleben zerstört, macht mich wütend und traurig zugleich. Und in diesem Krieg, wie auch in jedem anderen, werden sehr viele Frauen vergewaltigt, wahrscheinlich auch Männer und Kinder.

„Ich erinnere mich gerade jetzt intensiv an den Kriegsausbruch in Bosnien. Als Anfang der 90er-Jahre über Massenvergewaltigungen im Bosnienkrieg berichtet wurde, bin ich dorthin aufgebrochen, um zu unterstützen. Es entstand ein Frauentherapiezentrum und wir gründeten medica mondiale.“

Monika Hauser, Gründerin medica mondiale

Damals wie heute sind Frauen und Mädchen im Krieg besonders von sexualisierter Gewalt betroffen. Um den Überlebenden zu helfen, haben wir kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine ein Projekt entwickelt: Aktivist:innen und Berater:innen in der Ukraine und in Nachbarländern, die mit Überlebenden geschlechtsspezifischer Gewalt arbeiten, erhalten Coachings von einer unserer langjährigen Trauma-Fachberater:innen.   

Partnerschaftliches Projekt für die Ukraine

Es freut mich ganz besonders, dass das Projekt gemeinschaftlich von unseren Kolleg:innen aus dem Trauma-Bereich hier in Köln mit unseren Partner:innen von Medica Zenica in Bosnien und Herzegowina und Medica Gjakova im Kosovo durchgeführt wird, die mit ihrer 30-jährigen Erfahrung eine wichtige Berater:innenrolle übernehmen. Diese Zusammenarbeit ist immens wichtig, denn unsere Unterstützung und Beratung stärkt die Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen und Jurist:innen in Beratungsstellen und Frauenschutzhäusern, die Frauen und Mädchen zur Seite stehen. Damit sie ihre wichtige Arbeit fortsetzen und eigene Traumata sowie die täglichen Berichte besser verarbeiten können. 

Leider ist ein Ende des Krieges in der Ukraine nicht abzusehen, daher wird im Januar die nächste Trainingsreihe starten. Um diese nachhaltige Hilfe fortzuführen und den aktuellen Bedarfen anzupassen, benötigen wir Ihre finanzielle Unterstützung. Auch in anderen Kriegs- und Krisenregionen werden Frauen und Mädchen ihrer Rechte beraubt und erfahren sexualisierte Gewalt, die sie und ihre Familien zu zerstören droht. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit für Frauen und Mädchen weltweit!

Ich danke Ihnen von Herzen und wünsche Ihnen einen friedlichen Jahresausklang."

Ihre Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale