Good News: Gute Nachrichten aus Politik und Projektarbeit
Deutschland: Sybille Fezer im VENRO-Vorstand
medica mondiale Vorständin Sybille Fezer ist seit Dezember im Vorstand von VENRO, dem Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen in Deutschland. Angesichts zunehmend eingeschränkter zivilgesellschaftlicher Handlungsspielräume und massiven Mittelkürzungen wird sie sich nun auch auf diesem Weg für einen starken Dachverband und eine starke Zivilgesellschaft einsetzen.
STA-Trainings: Handbuch für Fachkräfte im Gesundheitssektor
Überlebende sexualisierter Gewalt brauchen mehr als nur Nothilfe. Sie brauchen eine Begleitung, die sicher ist, sie stärkt und auf Solidarität basiert. Der STA – stress- und traumasensible Ansatz für den Gesundheitssektor (STA HS) gibt Gesundheitsfachkräften die Werkzeuge an die Hand, um genau das zu bieten. medica mondiale entwickelte den STA-HS gemeinsam mit Partner:innen in Konfliktgebieten. Das Handbuch für Gesundheitsfachkräfte wird 2026 herausgegeben, inkl. Leitfaden für Aktivitäten und Handouts.
Kosovo: Dokumentation von Kriegsverbrechen
Unsere Partnerorganisation KRCT hat eine Datenbank zu sexualisierter Gewalt während des Kosovo-Kriegs erstellt. Die dokumentierten Fälle bieten wichtige Einblicke in Ethnie, Geschlecht und Wohnort der Überlebenden sowie Informationen zu ihren Lebensumständen, etwa ob sie die Verbrechen angezeigt haben oder Kriegsrenten erhalten. Ziel des Projekts ist es, sexualisierte Kriegsgewalt systematisch zu erfassen, Gerechtigkeit zu erreichen und die Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Die Datenbank entsteht in enger Zusammenarbeit mit Medica Kosova und Medica Gjakova.
Uganda: Ein sicherer Hafen
Die Arbeit von MEMPROW wird immer schwieriger: Bürokratische Hürden, restriktive Auflagen und wachsender Antifeminismus setzen unsere ugandische Partnerorganisation unter Druck. Bisher arbeitet das Team in angemieteten Räumen. In Zeiten politischer Instabilität, Inflation und hoher Steuern ist diese Situation alles andere als sicher. Deshalb bauen wir in Ugandas Hauptstadt Kampala – in Zusammenarbeit mit Architekten ohne Grenzen - gemeinsam ein Zentrum mit Schulungs-, Büro- und Beratungsräumen. Im September 2025 feierten wir den Spatenstich.
Irak: Selbsthilfegruppen gegründet
Die Frauen lernten sich in den Kursen unserer Partnerorganisation Dak kennen. Nun haben mehr als 220 Teilnehmer:innen eigene Selbsthilfegruppen gegründet. Regelmäßig treffen sie sich, um gemeinsam Lesen und Schreiben zu üben, sich über Kindererziehung auszutauschen und Strategien zur Stressbewältigung umzusetzen. So entstanden nicht nur neue Freundschaften, sondern ein starker Zusammenhalt.
Afghanistan: 150 Jurist:innen weitergebildet
„Ich habe gesehen, welche Wirkung juristisches Wissen haben kann“, sagt eine Absolventin der Jurist:innen-Weiterbildung, die eine unserer afghanischen Partnerorganisationen anbietet. „Ich konnte meiner Mandantin helfen, ihre Rechte wahrzunehmen. Das macht mich sehr glücklich.“ Die junge Juristin ist eine von 150 Jura-Student:innen, die 2025 am Online-Ausbildungsprogramm teilgenommen haben.
Deutschland: 10 Jahre Trainer:innen Pool
Anfang 2026 feierten die deutschsprachigen STA-Trainer:innen in Stuttgart zehnjähriges Jubiläum. Sie blickten zurück auf Erfolge und Herausforderungen. Und sie erarbeiteten Visionen für die nächsten Jahre: Langfristig ist geplant, dass die Trainer:innenpools der verschiedenen Projektregionen enger zusammenwachsen – für Erfahrungsaustausch und gemeinsames Lernen über Ländergrenzen hinweg.