Gemeinsam gegen den Backlash: medica mondiale auf der Women Deliver Conference 2026
Weltweit geraten Frauenrechte zunehmend unter Druck. Antifeministische Bewegungen gewinnen an Einfluss und greifen feministische Stimmen gezielt an. Umso wichtiger sind starke Netzwerke, internationale Solidarität und gemeinsame Strategien des Widerstands. Genau dafür kamen Ende April in Melbourne mehr als 6.000 Aktivist:innen, Organisationen und politische Entscheidungsträger:innen auf der Women Deliver Conference 2026 zusammen.
Auch medica mondiale war gemeinsam mit dem Feminist Action Lab vor Ort.
Feministische Vernetzung über Grenzen hinweg
Das Feminist Action Lab ist ein panafrikanisches Netzwerk engagierter Aktivist:innen, das gemeinsam mit medica mondiale 2025 ins Leben gerufen wurde. Ziel der Zusammenarbeit ist es, feministische Perspektiven zu stärken, voneinander zu lernen und grenzüberschreitende Solidarität sichtbar zu machen.
In einer Zeit, in der Frauenrechtsorganisationen und feministische Bewegungen weltweit unter Druck geraten, schaffen solche Allianzen wichtige Räume für Austausch, Schutz und gemeinsames politisches Handeln.
„Die Women Deliver Conference hat Räume für Austausch und Sichtbarkeit geschaffen. Jetzt ist es wichtig, diese Energie mitzunehmen und in langfristiges feministisches Organisieren in unseren Bewegungen vor Ort zu übersetzen.“
„We Did, We Didn’t, We Will“: Ein Panel über Widerstand und Zukunft
Ein besonderer Moment der Konferenz war das erste gemeinsame Panel des Feminist Action Lab:
„We Did, We Didn’t, We Will: Pan-African Feminist Resistance & Joy“.
Mehr als 30 Teilnehmende kamen für eine ehrliche und kritische Selbstreflexion zusammen. Im Mittelpunkt standen Fragen nach bisherigen Erfolgen, verpassten Chancen und den Herausforderungen feministischer Bewegungen angesichts zunehmender antifeministischer Angriffe.
Gemeinsam entwickelten die Teilnehmenden widerstandsfähige und solidarische Strategien für zukünftige Kämpfe – und machten deutlich, wie wichtig gegenseitige Unterstützung und kollektive Stärke sind.
Räume für Austausch, Fürsorge und Solidarität
Die Energie der Konferenz war weit über das Panel hinaus spürbar. Der farbenfrohe panafrikanische Stand des Feminist Action Lab wurde zu einem Ort inspirierender Gespräche und neuer Verbindungen.
Auch gemeinsame Selbstfürsorge-Übungen, die von medica mondiale durchgeführt wurden, schufen während der intensiven Konferenztage Momente der Ruhe, Verbundenheit und gegenseitigen Stärkung. Denn nachhaltiger feministischer Widerstand braucht nicht nur politische Strategien, sondern auch Räume für Fürsorge und Gemeinschaft.
Feministische Netzwerke stärken
Das Feminist Action Lab steht für Zusammenhalt, Austausch und gemeinsame politische Stärke. Die beteiligten Aktivist:innen schaffen Schutzräume, leisten Widerstand und treiben gesellschaftliche Veränderungen mutig voran – trotz zunehmender Anfeindungen und Risiken.
„In Zeiten schrumpfender zivilgesellschaftlicher Räume und einer erstarkenden Anti-Rights-Bewegung sind globale Treffen wichtiger denn je. Viele feministische Akteur:innen erleben vor Ort Anfeindungen, arbeiten unter Druck oder teils im Verborgenen – und fühlen sich dabei oft isoliert. Internationale Zusammenkünfte schaffen Räume für grenzüberschreitende Solidarität und machen spürbar: Wir kämpfen nicht allein, wir sind Teil einer globalen feministischen Bewegung.“
Solche Netzwerke sind heute wichtiger denn je. Mit Unterstützung und internationaler Solidarität können feministische Bewegungen weltweit weiterarbeiten und dem globalen Backlash entschlossen entgegentreten.
Gemeinsam bleiben wir standhaft.