Evaluation des See Far II Programms: Unterstützung für Überlebende in der Region der Großen Seen
Evaluation des See Far II Programms: Unterstützung für Überlebende in der Region der Großen Seen
Von Oktober 2022 bis Juni 2025 unterstützten medica mondiale und drei Partnerorganisationen rund 4.000 Überlebende sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt und ihre Kinder in Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda. Eine neue Evaluationszusammenfassung ist jetzt auf unserer Website verfügbar.
Unterstützung in einer von Konflikten geprägten Region
Das See Far II Programm wurde von medica mondiale gemeinsam mit MEMPROW (Mentoring and Empowerment for Young Women) in Uganda, PAIF (Programme d'Appui aux Initiatives Féminines) in der Demokratischen Republik Kongo und SEVOTA (Solidarité pour l'Épanouissement des Veuves et des Orphelins visant le Travail et l'Autopromotion) in Ruanda durchgeführt. Es wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit rund 2,8 Millionen Euro gefördert. Das See Far II Programm wurde von einem gemeinsam entwickelten Wirkungsmodell geleitet: einem Plan, der beschreibt, wie die Programmaktivitäten zu dauerhaftem Wandel beitragen sollen. Das Programm arbeitete in drei Bereichen:
direkte Unterstützung für Überlebende, einschließlich psychologischer Beratung, medizinischer Versorgung, rechtlicher Unterstützung und finanzieller Förderung,
Schulungen für Polizist:innen, Gesundheitsfachkräfte und Community-Führungskräfte, um sensibel und unterstützend auf Überlebende reagieren zu können,
Stärkung der Partnerorganisationen, damit sie sich wirksamer für die Rechte von Überlebenden einsetzen können.
In der östlichen Demokratischen Republik Kongo unterbrach der bewaffnete Konflikt mit der M23 die Programmaktivitäten immer wieder. Dennoch fanden die Partnerorganisationen stets Wege, Menschen zu erreichen.
Ergebnisse der Evaluation
Die Evaluation wurde von FEIN Research and Consulting durchgeführt. Sie betrachtete sechs Bereiche: wie gut das Programm den Bedarfen der Überlebenden gerecht wurde, wie gut die Partnerorganisationen zusammenarbeiteten, was das Programm erreichte, wie sorgfältig es seine Ressourcen einsetzte, was sich im Leben der Menschen veränderte und ob diese Veränderungen voraussichtlich anhalten werden. In allen sechs Bereichen schnitt das Programm gut ab. Überlebende erhielten Unterstützung, die einen echten Unterschied machte, und die Partnerorganisationen arbeiteten enger zusammen und setzten sich stärker für die Rechte von Überlebenden ein. Die finanziellen und personellen Ressourcen wurden auch unter schwierigen Bedingungen sorgfältig eingesetzt, und viele der Veränderungen, die das Programm bei Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften bewirkt hat, werden voraussichtlich auch nach Programmende anhalten.
Der STA – stress- und traumasensible Ansatz® im Mittelpunkt des Programms
Eine der wichtigsten Errungenschaften war die Verankerung des STA – stress- und traumasensiblen Ansatzes® in allen drei Partnerorganisationen. Er verbesserte die Qualität der Unterstützung für Überlebende und half den Mitarbeiter:innen gleichzeitig, auf ihr eigenes Wohlbefinden zu achten.
Überlebende gewannen an Selbstvertrauen, wurden finanziell unabhängiger und übernahmen eine aktive Rolle in ihren Gemeinschaften. In allen drei Ländern gründeten Überlebende eigene Selbsthilfegruppen und übernahmen Führungsrollen.
Ausblick
Die Evaluation zeigt wichtige Erkenntnisse für künftige Programme. Sie bestätigt, dass gemeinsame Planung wie das gemeinsam entwickelten Wirkungsmodells, dafür sorgt, dass alle Beteiligten das Programm als ihr gemeinsames Projekt verstehen und tragen. Einer der wirksamsten Wege zu dauerhaftem Wandel ist Überlebende als aktive Gestalter:innen in den Mittelpunkt zu stellen. Gleichzeitig empfiehlt die Evaluation längere Programmlaufzeiten, flexiblere Förderbedingungen und eine bessere Vernetzung zwischen Beratungs- und Unterstützungsangeboten, damit die erzielten Veränderungen auch nach Programmende erhalten bleiben.
Lesen Sie jetzt die unabhängige Evaluationszusammenfassung über unser See Far II Programm und erfahren Sie im Detail, was das Programm bewirkt hat und wo weiterer Handlungsbedarf besteht: Mediathek: Videos und Downloads rund um Frauenrechte